Leistungsspektrum

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Es führt dazu, dass das Blut in bestimmten Bereichen des Herzens sehr langsam fließt was dort zur Ausbildung von Blutgerinnseln (Thromben) führen kann. Circa 30% aller Schlaganfälle entstehen durch die Verschleppung solcher Blutgerinnsel aus dem Herzen.

Das linke Vorhofohr (LAA) ist eine Muskeltasche, die mit dem linken Vorhof des Herzens verbunden ist. Das LAA ist ein normaler Bestandteil der Anatomie des Herzens und verursacht in der Normalbevölkerung keine Probleme. Beim Auftreten von Vorhofflimmern stellt diese Tasche jedoch eine Hauptquelle für die Bildung von Blutgerinnseln dar.

Es gibt eine Reihe von Behandlungsmethoden, um das Schlaganfallrisiko bei Patienten mit Vorhofflimmern zu reduzieren, nicht alle Optionen sind für jeden Patienten geeignet.

Terminvereinbarung

Behandlungsmethoden

  • Eine effektive Blutverdünnung (sog. Antikoagulation) durch regelmäßige Medikamenteneinnahme
    • z.B. Phenprocoumon
    • Rivaroxaban
    • Apixaban
    • Dabigatran
    • Edoxaban
  • Interventionelle Verfahren zum Verschluss des LAA.
  • Eine Operation am offenen Herzen zur Entfernung des LAA.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt ab, welche Methode am besten für Sie geeignet ist.

Eine Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten ist die Standardbehandlung zur Reduktion des Schlaganfallrisikos bei Patienten mit Vorhofflimmern. Sie bringt allerdings ein erhöhtes Blutungsrisiko mit sich. Das Risiko einer schweren Blutung unter der Einnahme der oben genannten Medikamente liegt zwischen 1,4 und 3,4% pro Jahr abhängig von den individuellen Risikofaktoren. Der Vorteil des Schutzes vor dem Schlaganfall übertrifft das Blutungsrisiko jedoch in fast allen Fällen.

Dennoch gibt es Patienten, bei denen man aufgrund bereits stattgehabter Blutungen, einer erhöhten Blutungsneigung oder einer Unverträglichkeit gegen eine der oben genannten Substanzen auf die Antikoagulation verzichten muss. Bislang mussten diese Patienten mit einem relevant erhöhten Schlaganfallrisiko leben.

Systeme für den interventionellen Verschluss des linken Vorhofohrs stellen allerdings inzwischen für solche Patienten die keine medikamentöse Blutgerinnung einnehmen können eine wirksame Alternative dar. In einer großen Studie konnte gezeigt werden, dass ein Vorhofohrverschluss-System Schlaganfälle ähnlich gut verhindert kann wie die medikamentöse Blutverdünnung. Dieser Eingriff wird bisher insbesondere für Patienten mit Vorhofflimmern und hohem Schlaganfall-Risiko, für die aufgrund einer erhöhten Blutungsgefahr oder bereits stattgehabter Blutung eine Blutverdünnungstherapie zu riskant ist, als gute Therapie-Alternative empfohlen.

Was geschieht bei dem Eingriff?

Der Eingriff findet im Rahmen eines stationären Aufenthaltes von wenigen Tagen statt. Die Aufnahme ins Krankenhaus erfolgt in der Regel am Tag vor dem Eingriff, so dass noch vorbereitende Untersuchungen (z.B. Ultraschall, Laboruntersuchung etc.) sowie die Aufklärung für den Eingriff durchgeführt werden können.

Der Eingriff selber erfolgt minimal-invasiv in unserem Katheterlabor unter lokaler Betäubung und einer leichten Schlafmedikation (Sedierung). Über eine Punktion der Blutgefäße in der Leiste geling der Zugang zum rechten Vorhof des Herzens. Anschließend erfolgt unter Ultraschall-Kontrolle die Passage in den linken Vorhof. Dort wird dann das Verschluss-System unter radiologischer Kontrolle und Ultraschall-gesteuert optimal im linken Vorhofohr platziert um dieses vollständig zu verschließen. Das Implantat kann solange wieder neu platziert werden bis ein optimaler Sitz erreicht wurde. Erst dann erfolgt die Freisetzung. Abschließend werden alle Katheter wieder aus dem Herzen entfernt.

Was geschieht nach dem Eingriff?

Da der Eingriff nur minimal-invasiv ist, sollte auch die weitere Genesung schnell und komplikationslos verlaufen. Viele Patienten werden innerhalb von 24-48h nach dem Eingriff aus dem Krankenhaus entlassen. Wir empfehlen 10 bis 14 Tage nach dem Eingriff keine körperliche Belastung um Nachblutungen in der Leiste zu verhindern. Da mit dem Implantat ein Fremdkörper in Ihr Herz eingesetzt wurde und es erfahrungsgemäß einige Zeit dauert, bis das Implantat von Herzinnenhaut überzogen wird, empfehlen wir für die Dauer von 6 Monaten bei Bedarf eine sog. Endokarditisprophylaxe. Dies bedeutet, wenn spezielle Eingriffe wie beispielsweise ein Zahneingriff vorgenommen werden, dass Sie Ihr Herz mittels einer einmaligen Einnahme eines Antibiotikums vor einer Infektion durch Bakterien schützen.

Nach 3 Monaten empfehlen wir eine ambulante Verlaufskontrolle in unserer LAA-Spezialambulanz inkl. eines Schluckechos, um den Sitz und den Einwachsprozess zu überprüfen. Sollte hier alles wie gewünscht in Ordnung sein, so können die blutverdünnenden Medikamente abgesetzt werden.

Über den genauen Ablauf der Behandlung, die nötigen Voruntersuchungen und die Nachbehandlungsphase informieren wir Sie gerne in einem persönlichen Gespräch.

Das Team

PD Dr. med.
Simon Kochhäuser

Dr. med.
Alexander Lind

PD Dr. med.
Alexander Jánosi, MHBA