Kapazität und Verteilung

Unser 20 Betten umfassende Intensiv- und Überwachungsbereich ermöglicht die Versorgung der am schwersten erkrankten Patienten und Patientinnen nach modernsten, internationalen medizinischen Standards auf höchstem Niveau. Auf zwei Stationen verteilt führen wir auf unserer Intermediate Care Station (Med-IMC II) acht Betten und auf unsere Intensivstation (Med-INT II) zwölf voneinander getrennte Beatmungsplätze.

Ausstattung

  • 8 IMC Betten
  • 12 Beatmungsplätze

Team

Ein erfahrenes, breit ausgebildetes und motiviertes Team aus (Fach-) Pflegekräften, (Fach-) Ärzten und Intensivmedizinern steht rund um die Uhr vor Ort zur unmittelbaren Versorgung bereit. Die Einbindung aller Teammitglieder in die Entscheidungsprozesse und das Augenmerk auf die stetige Weiterentwicklung spiegelt sich unter anderem in einem zuletzt erworbenen Preis der Weiterbildung in der Pflege wieder.

Aus- und Weiterbildung

Als universitäre Intensivmedizin erfolgt die Aus- und Weiterbildung von (Fach-) Pflegekräften, (Fach-) Ärzten und Studenten (Wahlfach, Studentenkurse, PJ, Famulaturen) im Rahmen verschiedenster Kurse und Vorlesungen sowie vor Ort im Rahmen eines Bedside-Teaching in Theorie und Praxis durch einen erfahrenen Intensivmediziner.

Interdisziplinäre Behandlung zur optimalen Therapie von schweren Infektionen

In zahlreichen interdisziplinären Visiten und Austauschen wird eine individuelle, an den einzelnen Patienten angepasste Versorgung gewährleistet. Unter anderem erfolgt im Rahmen einer speziellen mikrobiologischen und antiinfektiven Visite eine regelmäßige Re-Evaluation der aktuellen antiinfektiven Therapie zusammen mit erfahrenen Mikrobiologen und Pharmazeuten vor Ort am Patientenbett um den modernen Anspruch einer zielgerichteten antiinfektiven Therapie gerecht zu werden.

Schwerpunkt – Beatmung

Auf unserer Intensivstation können auf zwölf hochmodernen Beatmungsplätzen sämtliche Formen der nicht-invasiven und invasiven Beatmungsverfahren angeboten werden.

Besonderer Fokus liegt auf der konsequenten Etablierung einer lungenschonenden Beatmung insbesondere bei Risikopatienten und im schweren Lungenversagen (sogenanntes acute respiratoy distress syndrome: kurz ARDS) unter Nutzung modernster Verfahren der Beatmungsmedizin (CuffScout, Peso-Sonde zur kontinuierlichen Messung des intrathorakalen Drucks).

Es erfolgt eine differenzierte Anwendung von Analgetika, Sedativa und Hypnotika intravenös sowie inhalativ (AnaConDa®) mit individueller Steuerung der Sedierungstiefe über eine kontinuierliche Erfassung der Hirnstromaktivität (2-Kanal-EKG, NarcoTrend®). Zusätzliche Verfahren zur Lungenentlastung (Iloprost- und NO-Vernebelung) bis hin zur Versorgung mittels eines Lungenersatzverfahrens (VV-ECMO) werden rund um die Uhr vorgehalten.

Die Entwöhnung von der Beatmung erfolgt im Rahmen des Weanings individuell an den Patienten angepasst nach standarisiertem Vorgehen und umfasst neben einer differenzierte Delirprophylaxe und -therapie die Möglichkeit der Etablierung eines langfristigen Beatmungszugangs mittels einer Punktions- oder alternativ einer chirurgischen Tracheotomie.

Schwerpunkt –Reanimation

Ein besonderer Schwerpunkt unseres intensivmedizinischen Behandlungsspektrums umfasst die individuelle Versorgung von Patientinnen und Patienten nach inner- und außerklinischer Wiederbelebung (Reanimation).

Hierbei kommen insbesondere Verfahren zur therapeutischen Hypothermie (schonende Kühlung des Körpers zum Schutz der neurologischen Funktionen nach einer Wiederbelebung, Thermogard XP® (TGXP) Temperaturmanagement-System), differenzierter Kreislauftherapie mit erweitertem hämodynamischem Monitoring und alle Formen der Organunterstützung und -ersatzverfahren mittels Herz-, Lungen und Nierenersatzverfahren in der unmittelbaren Postreanimationsphase zur Anwendung.

Schwerpunkt – Physiotherapie – Sozialdienst – Weaningkliniken

Ein Team von speziell ausgebildeten Atem-, Ergo- und Physiotherapeuten sowie Logopäden versorgt täglich unsere kritisch erkrankten Patientinnen und Patienten. Zusammen mit dem Sozialdienst unsere Klinik unterstützen wir bei Bedarf um eine optimale Versorgung auch in der Phase nach überstehen der kritischen Erkrankung zu gewährleisten.

Im Falle von längerfristiger Beatmungspflichtigkeit wird wir in enger Kooperation mit spezialisierten (Weaning-) Kliniken eine qualitativ hochwertige und an die individuellen Bedürfnisse angepasste Weiterversorgung gewährleistet.

Schwerpunkt – Mechanische Herz-Kreislaufunterstützung

Im Rahmen der schwerpunktmäßigen Versorgung von Patienten mit schweren akuten und chronsichen Herz-Kreislauferkrankungen werden im Falle einer Notwendigkeit alle Formen der mechanischen Kreislaufunterstützung durch kardiale Unterstützungssysteme (u. a. zentrale und periphere VA-ECMO, Impella, ECMELLA, ILA, ILA activve) regelhaft vorgehalten und angeboten.

Fürsorge und Therapie am Lebensende

Primäres Ziel unseres Wirkens ist die ganzheitliche Versorgung der uns anvertrauten, größtenteils schwer erkrankten Patientinnen und Patienten mit Verantwortungsgefühl und Fürsorge und dem permanenten Fokus auf den Patientenwillen. Besonders in der letzten Lebensphase und am Lebensende begleiten wir unsere Patienten gemeinsam mit den Angehörigen, um ein würdevolles Hinscheiden im Kreis der Vertrauten mit Begleitung eines Seelsorgers oder eines Geistlichen in angemessener Umgebung zu ermöglichen. Auch lange nach dem Versterben eines Patienten stehen wir gerne zur Verfügung um Fragen zu beantworten, die häufig erst nach der Zeit der Trauer auftreten und die wir mit den Hinterbliebenen ausführlich besprechen.

In akuten, stark belastenden Situationen, steht uns rund um die Uhr und auch an Feiertagen ein professionelles Seelsorger Team zur Verfügung.

Leistungsspektrum

Das Leistungsspektrum beinhaltete die Therapie aller Schockformen, des Lungenödems, schwerwiegender Herzrhythmusstörungen, Intoxikationen, Stoffwechselentgleisungen, gastroenterologischer Notfälle, die Indikationsstellung zu notfallmäßigen chirurgischen Eingriffen, die frühe postoperative Überwachung nach chirurgischen Eingriffen, die Behandlung von Herzinfarkten und Lungenembolien einschließlich der fibrinolytischen Therapie sowie die Therapie schwerer Infektionskrankheiten und septischer Zustände.

Es werden alle Formen der invasive und nicht-invasive Respiratorbehandlung mit Anwendung von modernsten Beatmungstechniken einschließlich der Adaptierung maschineller Respiratoren (Firma Heinen und Löwenstein, ELISA 800) angeboten.

Bei Notwendigkeit einer differenzierten Katecholamintherapie erfolgen standardisiert alle gängigen Verfahren eines erweiterten hämodynamischen Monitorings (Swan-Ganz-Katheter Anwendung, Pulskonturanalyse).

Im Rahmen der Therapie des akuten Nierenversagen werden regelhaft alle Verfahren einer extrakorporalen Nierenersatztherapie vorgehalten.

Weiter Schwerpunkte beinhalten eine differenzierte Analgosedierung (Anaesthetic Conserving Device-System, kurz: AnaConDa®) und die Behandlung von Störungen des hämatologischen Systems (Gerinnungsstörungen, Antikoagulation, Thrombolyse, Fibrinolyse, Transfusionsmedizin). Unser intensiv- und Überwachungsbereich ermöglicht durch Point-of-Care-Diagnostik vor Ort eine differenzierte Gerinnungsdiagnostik und -therapie unter Einsatz klassischer Laborparameter, Thrombozytenfunktionstestung (VerifyNow®) sowie der Thrombelastometrie (Rotem®).

Die Therapie von Infektionen (insbesondere der Antibiotikabehandlung), Sepsis, septischem Schock und Multiorganversagen, insbesondere bei hämatologischen, transplantierten, HIV-positiven oder anderweitig immunsupprimierten Patienten erfolgt leitlinien-orientiert, bei Bedarf unterstützt mit speziellen Verfahren (CytoSorb®).

Die Anlage von zentralen Venenkathetern, der Anlage von Pulmonalarterienkathetern, der Anlage von Arterienverweilkathetern, die Kardioversion und Defibrillation, die Anlage temporärer Herzschrittmacher, die perkutanen Dilatationstracheotomie, der flexiblen Bronchoskopie und der Anlage von Pleuradrainagen sind standardverfahren der täglichen Routine.

Es werden alle Verfahren der intensivmedizinische Notfalldiagnostik (klinische Untersuchung, EKG, Röntgen, farbkodierte Doppler-/Duplexsonographie der Gefäße, abdominelle Sonographie, transthorakale und transösophageale Echokardiographie, flexible Bronchoskopie bei intubierten und nicht intubierten Patienten), der bildgebenden Verfahren bei notfallmäßigen und elektiven Punktionen (v.a. Pleura, Aszites, Perikard, Gefäße) angeboten.

Aufgabengebiete

  • Alle Schockformen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Intoxikationen
  • Stoffwechselentgleisungen
  • gastroenterologischer Notfälle
  • notfallmäßige chirurgische Eingriffe
  • postoperative Überwachung
  • Herzinfarkte
  • Lungenembolien
  • Schwere Infektionskrankheiten
  • Septische Zustände

Das Team

Univ.-Prof. Dr. med.
Peter Lüdike

Dr. med.
Matthias Riebisch