Team

Univ.-Prof. Dr. med.
Reza Wakili

PD Dr. med.
Simon Kochhäuser

PD Dr. med.
Johannes Siebermair, MHBA

Der Klinikbereich

Der Bereich Elektrophysiologie und Rhythmologie innerhalb der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum am Universitätsklinikum beschäftigt sich mit der der Abklärung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen.

Ein Schwerpunkt unseres Zentrums für Elektrophysiologie und Rhythmologie ist die invasive und nicht-invasive Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen. Aufgrund der Entwicklung von neuen und effektiven Therapiemöglichkeiten, vor allem in den vergangenen Jahren, gewinnt die Elektrophysiologie zunehmend an Bedeutung. Neben nicht-invasiven Untersuchungen wie Ruhe-EKG, Langzeit-EKG, Ergometrie, transthorakaler und transösophagealer Echokardiographie zählt die interventionelle Elektrophysiologie (einschl. Ablationstherapie) und die invasive und nicht-invasive Devicetherapie zu unserem Leistungsspektrum.

Unser Ziel, ist es stets die beste Therapie und Betreuung indivuduell für den Patienten anbieten zu können, daran arbeiten wir immer im Team sowohl innerhalb der Abteilung für Kardiologie als auch interdisziplinär hier am Universitätsklinikum.

Herzrhythmusstörungen – Welche Herzrhythmusstörungen behandeln wir?

Supraventrikuläre Herzrhythmusstörungen

Die häufigste supraventrikuläre – also aus dem Vorhof stammende – Rhythmusstörung ist das Vorhofflimmern: ab 70 Jahren ist ca. jeder 12. betroffen.  Eine wirksame Behandlung ist die sogenannte Pulmonalvenenisolation (PVI), die eine Ablation der Lungenvenen impliziert. Weitere supraventrikuläre Tachykardien, die typischerweise mit Herzrasen einhergehen und wirksam mit Katherablationen therapiert werden können, sind:

  • Vorhofflattern
  • Ektope atriale Tachykardie
  • AV-Knotenreentrytachykardie (AVNRT)
  • Wolff-Parkinson-White-Syndrom (WPW)

Ventrikuläre Herzrhythmusstörungen

Unser Spektrum umfasst zudem die Therapie von allen ventikulären – aus der Hauptkammer stammenden – Herzrhythmusstörungen. Wenn eine medikamentöse Therapie nicht zum gewünschten Erfolg führt, besteht die Möglichkeit einer Katheterablation. Neben ventrikulären Extrasystolen (Extraschläge; VES) können so auch ventrikuläre Tachykardien (lebensbedrohliche Herzrhytmusstörungen; VTs) wirksam verödet werden. Die Erfolgsaussichten einer Ablationstherapie bei ventrikulären Extrasystolen liegen z.B. je nach Lokalisation bei bis zu 90%.

Bradykarde Rhythmusstörungen

Zu den bradykarden Rhythmusstörungen gehören die Herzrhythmusstörungen, bei denen das Herz zu langsam schlägt. Meist geht dies einher mit typischen Symptomen wie Schwindel, Bewusstlosigkeit oder eingeschränkte Leistungsfähigkeit:

  • Sinusknoten-Syndrom
  • Chronotrope Inkompetenz
  • AV-Blockierungen
  • Synkopen

Neben einer eingehenden nicht-invasiven Diagnostik (EKG, Langzeit-EKG, Kipptisch-Untersuchung) bieten wir zudem eine invasive Diagnostik mittels elektrophysiologischer Untersuchung mit der Charakterisierung der Sinusknotenfunktion sowie der atrio-ventrikulären Überleitung (Wenckebach-Punkt, AH- und HV-Zeit). In gleicher Sitzung kann bei Bedarf zudem die Implantation eines sog. Ereignisrecorders (Eventrecorder, implantable loop recorder/ILR) erfolgen. Sollte die Indikation zu einer Schrittmacherimplantation bestehen wird im Anschluss, basierend auf der gefunden Ursache der bradykarden Rhythmusstörung, das dafür am besten geeignetste Schrittmacheraggregat ausgewählt und auch von uns im Rahmen des Aufenthalts implantiert (siehe Devicetherapie).

Typische Behandlungsfelder

  • Supraventrikuläre Herzrhythmusstörungen
  • Ventrikuläre Herzrhythmusstörungen
  • Bradykarde Rhythmusstörungen

Ambulanzen

Deviceambulanz

In unserer Spezialambulanz für Herzschrittmacher und Defibrillatoren betreuen wir unsere Patienten in regelmäßigen Abständen und legen größten Wert auf eine individuelle Programmierung des implantierten Systems. Wir bieten auch die telemetrische Überwachungsmöglichkeit an. Dies ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung mit mehr Sicherheit und mehr Komfort für unsere Patienten.

Wir bieten die Implantation und Nachsorge von folgenden Devices an:

  •       Ein-/Zwei-/Drei-Kammer-Schrittmachern
  •       Ein-/Zwei-/Drei-Kammer Defibrillatoren (ICD)
  •       CRT- Systeme (kardiale Resynchronisationstherapie)
  •        subcutanen Defibrillatoren
  •        Revisionseingriffe von defekten Elektroden
  •        Ereignisrekorder
  •        Defibrillatorweste („Life vest“)

Termine/Kontakt

Tel.: +49 201 723 4891
E-mail schreiben

Spezialambulanz für Herzrhythmusstörungen

In unserer Rhythmusambulanz werden Patienten individuell untersucht und bezüglich Therapieoptionen beraten.  Dabei arbeiten wir in enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kollegen und im interdiszipliären Klinikteam. So können wir mit Ihnen die optimale Therapie – sei es medikamentös oder interventionell – auswählen, stationäre Aunahmen planen und offene Fragen klären.  Die Terminvergabe erfolgt telefonisch oder per Mail im Vorfeld; je nach Dringlichkeit auch kurzfristig.

Zu unserem Spektrum gehört auch die weiterführende Abklärung angeborener Arrhythmiesyndrome, die zum erhöhtem Risiko für maligne Herzrhythmusstörungen führen können. Dazu gehören z.B. das Long QT-Syndrom (LQTS) sowie das Brugada-Syndrom.  In Deutschland gibt es jählich ca. 100.000 plötzliche Herztodesfälle, wovon ca. 1/5 ohne erkennbare Ursache auftreten. Den betroffenen Familienangehörigen bieten wir neben gängigen kardiologischen Untersuchungen wie EKG, Langzeit-EKG und Ultraschall des Herzens auch spezielle pharmakologische Testungen, wie beispielsweise den Ajmalin-Test, an. Wir beraten Sie bezüglich genetischen Testungen und Therapieoptionen wie beispielsweise bzgl. implantierbaren Defibrillatoren (ICD).

Termine/Kontakt

Tel.: +49 201 723 83895
E-mail schreiben

Privatambulanz bei Prof. Wakili

Immer Mittwochs nach Terminvereinbarung.

Invasive Elektrophsiologie
(elektrophysiologische Untersuchung und Ablationstherapie)

Um eine Herzrhythmusstörung adäquat therapieren zu können, sollte diese zuvor dokumentiert werden. Tritt eine Herzrhythmusstörung beispielsweise sehr selten auf, kann eine elektrophyisologische Untersuchung (EPU) zur Diagnostik notwendig sein. In der gleichen Sitzung kann oftmals eine Behandlung mittels Katheterablation erfolgen. Darunter versteht man die Verödung krankhafter Areale, die für die Rhythmusstörung verantwortlich sind. Wir verwenden dabei die modernsten 3D-Mapping-Systeme (z.B. High-Density-Mapping mit dem Rhythmia HDxTM, Confidence-Mapping mit dem CARTO®-3-System, das neue di-elektrische EPD System von Philips und ENSITE Precision System von Abbott) sowie die neuste Katheter-Technologie wie Anpressdruckmessung, MiFi-Elektroden sowie die neueste Direct-Sense-Technologie. Des Weiteren bieten wir auch Kälte-basierte Verfahren mit der Cryo-Ballon-Ablation (Artic Fornt Medtronic, Pola-X-Ballon) für Pulmonalvenenisolation an.

Forschung

Als Universitätsklinikum möchten wir zur Weiterentwicklung und zum Fortschritt der Medizin beitragen. Neben klinischen Studien führen wir an unserem Standort experimentelle Untersuchungen zu erworbenen und angeborenen Herzrhythmusstörungen durch. In enger Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Zentren sowie unseren renommierten Kliniken für Radiologie und Nuklearmedizin untersuchen wir auch in den kommenden Jahren die Pathogenese, also die Krankheitsentstehung, von Herzrhythmusstörungen sowie neue Therapieansätze. Dies erfolgt unter anderem im interdisziplinären Team: durch bildgebende Verfahren, wie beispielsweise MIBG-SPECT (Metaiodbenzylguanidin-Szintigrafie) – ein Verfahren der Nuklearmedizin – kann das autonome Nervensystem, das eine wichtige Rolle bei Herzrhythmusstörungen spielt, visualisiert und analysiert werden. Zudem führen wir in enger Zusammenarbeit mit der Radiologie das sogennante Gadolinium-Late-Enhancement-MRT bei Patienten vor geplanter Vorhofflimmer- und ventrikulärer Ablation durch. Ziel ist es, die Erfolgsaussichten der Ablation durch genaue Charakterisierung der strukturellen Eigenschaften des Vorhofes zu verbessern.